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Tibet ? ein Manöver um China und Olympia zu diskreditieren

2008/06/19

Von Minika Gräfin von Borries, Vorsitzende der Deutsch-Chinesischen Gesellschaft im Donnersbergkreis

In den mehr als 40 Konfliktgebieten weltweit geschehen jeden Tag unvorstellbare Gräueltaten. Die Menschen dort leben in Armut und Verzweiflung, während in der Außenwelt nur wenige Berichte über die meisten Gebiete verfügbar sind.

Wenn die Medienagenturen ihren Blick jedoch auf Tibet richten, ist dies ganz anders. Die Opfer während der Unruhen dort waren weitaus geringer als die tägliche Zahl der Toten im Irak.

Es muss einen Grund geben für die westlichen Medien und für das öffentliche Interesse sich derart auf dieses Thema zu stürzen.

Ein wichtiger Grund sind die Olympischen Spiele, die die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit wie ein Turbomotor angekurbelt hat, und er wurde von einigen Leuten ausgenutzt und missbraucht. Aber es gibt auch tiefer liegende Gründe hinter der ungewöhnlichen Aufmerksamkeit gegenüber den Unruhen in Tibet, die nicht in den Medienberichten genannt werden.

Seit China im Westen rezipiert wird, schwankt die Beurteilung des Landes zwischen Idealisierung und Dämonisierung. Aktuell befinden wir uns in einer neuen Phase, die "hysterische Dämonisierung Chinas" genannt werden kann.

Im Westen und vor allem auf der anderen Seite des Atlantiks, haben einige militante Politiker die Angst vor China als aufstrebender Macht geschürt. Angesichts der neuen Herausforderungen würden jedoch alle Ängste verschwinden, wenn wir eine rationale Haltung einnehmen. Wir sollten der Tatsache ins Auge sehen, dass unsere Nachkommen mit dem großen Drachen China auf einem Planeten leben werden.

Für einige Hardliner ist Tibet mittlerweile ein allmächtiges Mittel geworden, ihre Ziele zu erreichen. Ihre Munition bestehend aus Ängsten, Idealisierung und pseudo-religiösen Gefühlen hat einen unübertroffenen explosiven Effekt.

Die Menschen haben immer daran geglaubt, dass es ein Paradies auf dieser Welt gibt, ein Utopia, wo die Seelen gerettet werden und die Menschen die verlorene Harmonie und den Himmel auf Erden finden. Menschen in modernen Gesellschaften glauben heute, dass sie ihre Seele verloren haben, daher suchen sie danach in fremden Ländern, in anderen Religionen und im ewigen Utopia. Tibet ist so ein Ort.

Aber das Tibet vieler westlicher Träumer ist nicht das wirkliche Tibet. Die Tibeter, die dort leben, sind nicht das Volk in ihrer Vorstellung. Für diese Idealisten ist alles, was mit Tibet zu tun hat, Illusion und Fantasie.

Ein Motto der Olympischen Spiele ist es, zumindest während der Spiele Politik, Ideologie, Volks- und Staatszugehörigkeit zu vergessen.

Leider wird Olympia von einigen Westlern mittels intensiver Medienpropaganda als Mittel genutzt, um "Tibet von China zu befreien".

Seit tausenden Jahren leben wir unter der Vorstellung unseren "überlegenen" Glauben, unsere "überlegene" Religion oder Ideologie oder unser "überlegenes" Volk retten zu müssen und zu versuchen, diese in alle Ecken der Welt zu verbreiten. Wir glauben, dass unsere Taten mit guter Intention und Segen von ganz Oben geschehen, und dass wir häufig die hohen Kosten tragen und uns selbst opfern müssen.

Um die westliche Demokratie, die nur uns zu Gute kommt, zu verteidigen, sind wir bereit anderen Ländern Krieg zu erklären. Die, die den Segen der Demokratie nicht genießen, werden vernichtet, selbst wenn man den hohen Preis des Verlusts von Menschenleben zahlen muss.

Den echten Tibetern, die in Tibet leben, wird die Anti-Olympia-Propaganda nichts bringen. Wer China ein wenig kennt, weiß, dass die nationalen Minderheiten eine Vorzugsbehandlung und viele Privilegien genießen. Obwohl es in China 55 nationale Minderheiten gibt, gibt es in Wirklichkeit nur wenige Probleme.

Die Tibet-Frage hätte durch rationalen Dialog beider Seiten gelöst werden können, aber die Treffen hochrangiger westlicher Politiker mit dem Dalai Lama werden diesen Dialog nicht begünstigen. Eine der Konsequenzen ist, dass einige junge Anhänger des Dalai Lama zu gewalttätigen Extremisten wurden.

Viele Auslandschinesen fühlten sich ins Abseits geschoben und angegriffen. Sie wandten sich gegen die einseitige mediale Berichterstattung, absichtliche Manipulation und Verdrehungen. Das chinesische Volk war in der Tibet-Frage noch nie so geeint. Auch andere asiatische Länder unterstützten plötzlich die chinesische Seite.

Die Menschen sind in diesem neuen "Kalten Krieg" gespalten. Man bemüht sich das Lager zu finden, dem man sich zurechnet, aber was diese Bemühungen auslösen werden, wird man erst sehen. Vielleicht wird die Tibet-Frage nur Erschütterungen im Bereich der Wirtschaft bringen.

Eine Zunahme der Spannungen ist im Zuge des sich zuspitzenden Konflikts zwischen Ost und West unvermeidbar. Vielleicht ist die Auseinandersetzung des Westens mit der ehemaligen Sowjetunion nur ein Vorspiel.

Tibet ist seit dem 13. Jahrhundert, also der Yuan-Dynastie, Teil von China und kein Land der Welt hat Tibet je als unabhängigen Staat anerkannt. Aus der Sicht des internationalen Rechts ist Chinas Souveränität über Tibet unwidersprochen. China ist das einzige Land, das fähig war, durch die Beseitigung der Armut und die Verbesserung des Lebensstandards für Millionen von Menschen, die Menschenrechte sicherzustellen. Jetzt scheint die Diskussion über Menschenrechte eine Neudefinition der wahren Bedeutung dieses wichtigen Begriffs notwendig zu machen.

Der aktuelle öffentliche Konflikt im Vorfeld der Olympischen Spiele war geplant. Randalierer in Lhasa beschädigten und plünderten Geschäfte und töteten vorsätzlich Menschen. Man beachte, dass die Berichte über das harte Durchgreifen der chinesischen Regierung bereits in allen westlichen Medien waren, bevor noch Polizei entsandt wurde.

Die Geschichte lehrt uns, dass kein Chinese Sympathien für sezessionistische Aktivitäten zeigen wird.

Die chinesische Regierung, vor allem auf lokaler Ebene, ist nicht gut im Umgang mit westlichen Medien, aber eines Tages wird die Regierung den richtigen und erfolgreichen Umgang mit Kritik durch die Medien erlernen. Die deutsche Polizei begriff dies während einer Kampagne 1968.

Die chinesische Regierung muss sich an die Tatsache gewöhnen, dass ausländische Medien nicht immer positiv berichten. Obwohl die westlichen Medien scheinbar nicht müde werden, falsche Berichte zu bringen, boten Auslandschinesen der derzeitigen Regierung große Unterstützung.

Als der Dalai Lama 1959 nach Indien floh, lag die Lebenserwartung und der Lebensstandard der damaligen 1,25 Millionen Tibeter sehr niedrig. Jetzt gibt es mehr als 2,8 Millionen Tibeter. Vor diesem Hintergrund kann man leicht erkennen, dass der so genannte Genozid in Tibet kompletter Nonsens ist.

Nur eine geringe Anzahl an Tibetern beteiligte sich an den Unruhen. Daher wäre jeder Schritt, einen Keil zwischen Tibeter und Han-Chinesen zu treiben, ein großer Fehler. Die Geschichte zeigt, dass derartige Aktionen stets verhängnisvoll sind. Zum Glück ist dies noch nicht geschehen, aber wir sollten es ernst nehmen, solange die Gefahr besteht.

Es ist absolut notwendig für Politiker sowohl im Westen als auch in China zusammenzuarbeiten, um sicher zu stellen, dass in Tibet nicht wieder Gewalt ausbricht.

Quelle: China Daily



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