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Reformen setzen neue Impulse für Kultureinrichtungen in China
2011/10/18

Das Puppenspiel gehört zu den traditionellen Künsten Chinas. Doch der Markt für diese Kunstform schrumpft seit langem, am Tiefpunkt der Entwicklung fanden gerade einmal 200 Aufführungen mit weniger als 50.000 Zuschauern jährlich statt. Aus diesem Grund wurde vor fünf Jahren eine Reform dieser staatseigenen Kulturinstitution begonnen. Für die Kreativität und die Initiative der Künstler bedeuteten diese Reformen einen neuen Anschub. In den vergangenen fünf Jahren wurden pro Jahr bis zu 2000 Aufführungen gezählt, die Zahl der Zuschauer verzehnfachte sich auf 500.000 Personen. Auch das Jahreseinkommen der Puppenspieltheater stieg von ursprünglich einer Million Yuan RMB auf mittlerweile 40 Millionen. Ähnliches lässt sich über die chinesischen Akrobatikensembles berichten. So wurden für bekannte Künstler individuelle Studios eingerichtet, damit sie sich neben den eigentlichen Aufführungen auch der Verwaltung der Darstellertruppen widmen können.

Die Gruppe der Zauberkünstler beispielsweise steht unter der Leitung Li Nings, der bereits im Alter von 16 Jahren damit begann, die Geheimnisse der Magie zu erlernen. Mehrere internationale Preise legen Zeugnis von seinen großen Erfolgen ab. Nachdem er sein eigenes Studio erhielt, konnte er mehrere erfolgreiche Experimente vorführen, Aktivitäten für wohltätige Zwecke organisieren und den ersten staatlichen Fonds für Zauberkunst etablieren.

"Management, Marketing, künstlerisches Design, all dies waren große Herausforderungen für mich. Ich bin überzeugt, dass ich meine Fähigkeiten angesichts dieser Herausforderungen entfalten kann und die Vitalität der gesamten Gruppe stimulieren werde."

Als wichtigster Aspekt der Reform des chinesischen Kulturwesens gilt es, staatseigene Einrichtungen zu modernisieren. Ziel soll es sein, am Markt orientierte Unternehmen zu schaffen, die eigenständig Profite erwirtschaften und Verluste kompensieren können. Hiervon betroffen sind neben dem Verlagswesen auch die Produktion von Fernsehserien und Filmen sowie weitere Formen kommerzieller Darbietungen.

So kommt es, dass immer mehr Unternehmen im Kultursektor versuchen, ihre Position durch Börsennotierungen und Fusionen abzusichern und auszubauen. Die Aufführungs- und Kunst-GmbH Beijing initiiert etwa nicht nur bedeutende Kulturdarbietungen, sondern konnte innerhalb von nur zwei Jahren auch eine komplette Kette für die Produktion und den Vertrieb von Filmen einrichten. Mittlerweile verfügt das Unternehmen über das landesweit größte Kino mit 20 Vorführungssälen, in denen alle fünf Minuten ein Film anläuft. Dieser Erfolg ist das Ergebnis einer Umschichtung von Ressourcen. Der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens Kang Wei erklärt dies folgendermaßen:

"Wir kooperieren mit der Mediengruppe Huayi Brothers, wobei wir über 51 Prozent der Aktienanteile halten. Management und Marketing übernehmen die erfahrenen Mitarbeiter von Huayi. Es handelt sich also um eine Kooperation von zwei starken kulturellen Unternehmen."

Der Zwölfte Fünfjahresplan sieht eine Etablierung und Vervollständigung der Dienstleistungen im Kultursektor vor. Gleichzeitig sollen kulturelle Unternehmen zu einem stützenden Sektor der Volkswirtschaft aufgebaut werden. Nach Angaben des staatlichen Statistikamtes ist der Mehrwert der Unternehmen und Institutionen im Kulturbereich 2010 bereits auf mehr als eine Billion Yuan RMB gestiegen. Dies entspricht immerhin 2,75 Prozent des BIP ganz Chinas.

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