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Zusammenhalt statt Angst
Gastbeitrag von Botschafter Wu Ken im Tagesspiegel
2020/02/21

Die neue Infektionskrankheit Novel Coronavirus Pneumonia bringt viele Chinesen aus dem gewohnten Takt, verursacht zahlreichen Medizinern schlaflose Nächte, und rückt die zentralchinesische Stadt Wuhan in den Fokus internationaler Aufmerksamkeit. Derzeit ist die Bekämpfung der Epidemie die dringlichste Aufgabe in China. Der Gesundheit der Bevölkerung wird höchste Priorität eingeräumt.

Wir haben bereits ein flächendeckendes integratives System zur Prävention und Kontrolle der Epidemie landesweit etabliert, äußerst strenge Maßnahmen ergriffen, und Verkehr zu den am stärksten betroffenen Städten beschränkt. Wirtschaftlichen Verlust in Kauf nehmend haben wir die Frühlingsfestferien verlängert und die Rückkehr der Menschen zur Arbeit verschoben. Wir haben landesweit medizinische Ressourcen mobilisiert und zwei spezielle Krankenhäuser gebaut. Die Situation ist zwar noch immer sehr ernst, aber Prävention und Kontrolle haben bereits erfreuliche Ergebnisse erzielt. Bis zum 19. Februar war die Zahl der bestätigten Neuerkrankungen außer in Hubei landesweit 16 Tage in Folge rückläufig. Die Mortalitätsrate in China liegt bei etwa zwei Prozent.

Die Genesungsrate steigt unentwegt. Wir sind zuversichtlich, dass wir diese Epidemie besiegen werden. Zugleich haben wir in offener, transparenter und verantwortungsbewusster Weise die internationale Zusammenarbeit zur Prävention und Kontrolle durchgeführt. Wir haben die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rechtzeitig über das Virus und die Bekämpfung der Epidemie informiert, die genetischen Sequenzen veröffentlicht, und Länder wie Deutschland bei der Evakuierung unterstützt. Wir haben auch die Kontrolle chinesischer Reisender ins Ausland verschärft. Derzeit beträgt der Anteil der Erkrankungen im Ausland etwa ein Prozent aller bestätigten Infektionsfälle, und die WHO hat die entschlossenen Maßnahmen der chinesischen Regierung und den damit verbundenen wichtigen Beitrag zum internationalen Gesundheitswesen ausdrücklich gelobt.

Angesichts eines unbekannten Virus sind Panik und Gerüchte oft noch schlimmer als die Krankheit selbst. Nach eingehenden wissenschaftlichen Untersuchungen hat die WHO allen Ländern davon abgeraten, China übermäßige Reise- und Handelsbeschränkungen aufzuerlegen. Krankheit kennt keine Grenzen. Das Schicksal aller Länder ist eng miteinander verbunden, und in einer Zeit der Globalisierung müssen wir alle zusammenhalten. Ich hoffe, dass alle Seiten die Lage und Maßnahmen Chinas zur Prävention und Kontrolle objektiv und vernünftig betrachten, um dieser globalen Herausforderung gemeinsam entgegenzuwirken. In einer besonderen Zeit wie dieser brauchen wir, wie es der Generaldirektor der WHO so treffend formuliert hat, Fakten statt Angst, Wissenschaft statt Gerüchte und Zusammenhalt statt Stigmatisierung. In letzter Zeit habe ich immer wieder gehört, dass sich viele Menschen Sorgen um die Auswirkungen der Epidemie auf die chinesische und die deutsche Wirtschaft machen.

Ich denke, dass es kurzfristig zu Beeinträchtigungen kommen wird. Dies ist jedoch vorübergehend. Die chinesische Wirtschaft ist sehr resilient, und das Potenzial eines riesigen Marktes mit 1,4 Milliarden Menschen ist nach wie vor enorm. Der langfristige Trend, dass die chinesische Wirtschaft weiterhin stabil wächst, wird sich nicht ändern. Ein chinesisches Sprichwort besagt: Wahre Freunde erkennt man in der Not. Wir bedanken uns herzlich bei der deutschen Bundesregierung für die Unterstützung von medizinischen Gütern und sind den deutschen medizinischen Experten, vielen Verbänden sowie der deutschen Bevölkerung für die Hilfe bei der Bekämpfung der Epidemie zutiefst dankbar. Wir hoffen, dass beide Seiten auch in Zukunft in den Bereichen Epidemie-Prävention sowie Entwicklung von Impfstoffen und Medikamenten weiter eng zusammenarbeiten werden. Ich bin sicher, dass diese Epidemie unter der starken Führung der chinesischen Regierung und dank der Entschlossenheit der chinesischen Bevölkerung sowie der tatkräftigen Unterstützung der internationalen Gemeinschaft besiegt werden kann.

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