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Stellungnahme der Sprecherin der Chinesischen Botschaft bezüglich des Propagandavorwurfs deutscher Medien im Zusammenhang mit der Ursprungsfrage des Virus SARS-CoV-2
2020/12/03

Auf eine Medienanfrage vom 3. Dezember, wie die Chinesische Botschaft zu dem Vorwurf einiger deutscher Medien steht, dass chinesische Medien die Äußerungen des deutschen Virologen Prof. Dr. Alexander Kekulé bezüglich des Ursprungs des Virus SARS-CoV-2 missbraucht hätten, um Propaganda zu betreiben, antwortet die Sprecherin der Chinesischen Botschaft wie folgt:

Wir haben es zur Kenntnis genommen, dass chinesische Medien in den letzten Tagen über die jüngsten Äußerungen des deutschen Virologen Prof. Kekulé bezüglich des Ursprungs des Virus SARS-CoV-2 in vielfältiger Weise berichtet haben. Es gibt beispielsweise bei Global Times einen 3-minütigen ungeschnittenen Videoclip des Talkshowauftritts von Prof. Kekulé am 26. November im ZDF mit einer vollständigen Übersetzung seiner Aussagen zum Ursprung des Virus. Es gibt auch Zeitungsberichte (z.B. People's Daily), die die Kernthese von Prof. Kekulé zitieren, dass Norditalien mit der dort aufgetretenen G-Variante des neuartigen Coronavirus der Startschuss für die weltweite Pandemie gewesen sei. Bei den Berichten handelt es sich um objektive und genaue Zitate der öffentlichen Äußerungen von Prof. Kekulé, nicht um Meinungsäußerungen der chinesischen Medien, sodass wir nicht wissen, wie man daraus einen Missbrauch schließen kann.

Auf der anderen Seite brandmarken einige deutsche Medien alle Nachrichten aus China als „Propaganda". Sie versuchen stets, die öffentliche Meinung so zu lenken, dass es als unpassend gilt, wenn man die gleichen Ansichten wie die Chinas hat. Sie insinuieren sogar, dass auch Wissenschaftler eine Art „Selbstzensur" in diesem Sinne betreiben sollten. Dabei vergessen sie völlig, sich um die Fakten zu kümmern. Die Brisanz dieser Angelegenheit besteht nicht darin, dass chinesische Medien Prof. Kekulé zitiert haben, sondern darin, dass einige deutsche Medienvertreter einfach keine Ansichten zu China-relevanten Themen zulassen, die nicht im Einklang mit ihren vorgegebenen Schlussfolgerungen stehen und das auch, wenn die Ansichten sachlich und wissenschaftlich fundiert sind.

China vertritt die Auffassung, dass die Rückverfolgung des Ursprungs des Virus SARS-CoV-2 eine wissenschaftliche Frage ist, die nicht politisiert werden darf. In jüngster Zeit haben WHO-Experten auf Pressekonferenzen wiederholt erklärt, dass die Frage, wann und wo das Virus SARS-CoV-2 die Artengrenze überschritten habe, noch nicht geklärt sei. Gleichzeitig haben wir auch viele Berichte über Entdeckungen von Antikörpern gegen SARS-CoV-2 in Blutproben aus 2019 oder mögliche Ausbrüche von COVID-19 in verschiedenen Teilen der Welt im vergangenen Jahr gesehen, was einmal mehr die Komplexität der Arbeit zur Rückverfolgung des Ursprungs des Virus bestätigt. Das SARS-CoV-2 ist ein erst Anfang dieses Jahres neu erkanntes Virus. Um seine tierischen Wirte und Übertragungswege zu verstehen, sind weltweite Untersuchungen und Forschungen von Wissenschaftlern mit sorgfältigem Ansatz erforderlich.

China verhält sich bei der Ursprungsermittlung des Virus offen, transparent und verantwortungsbewusst. Wir setzen gerade die WHA-Resolutionen gewissenhaft und aktiv um und haben bereits zweimal WHO-Experten nach China eingeladen, um eine entsprechende Zusammenarbeit durchzuführen. Vor Kurzem haben wir diesbezüglich Videokonferenzen mit WHO-Experten abgehalten. China wird sich weiterhin aktiv an der weltweiten wissenschaftlichen Forschung über die Rückverfolgung des Ursprungs und des Übertragungswegs des Virus beteiligen und mit der internationalen Gemeinschaft zusammenarbeiten, um zur globalen Pandemiebekämpfung beizutragen.

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