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Ansprache von Botschafter WU Ken auf dem virtuellen Empfang des Generalkonsulats der Volksrepublik China in Hamburg anlässlich des 72. Nationalfeiertags der Volksrepublik China
2021/09/23

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Weil,

Sehr geehrter Herr Präsident Imhoff und Frau Vize-Präsidentin Eickhoff-Weber,

Liebe chinesische Mitbürgerinnen und Mitbürger, liebe Schülerinnen und Schüler,

meine Damen und Herren,

Guten Morgen!

Was für eine Freude, dass wir gemeinsam in der Cloud den 72. Gründungstag der Volksrepublik China feiern! Auch wenn das Generalkonsulat in Hamburg wegen der Pandemie heute keine Präsensveranstaltung abhalten kann, freuen wir uns umso mehr auf ein baldiges Wiedersehen mit unseren Freunden aus Norddeutschland.

Das Jahr 2021 stellt einen Meilenstein in der Geschichte der Volksrepublik China dar. In diesem Jahr feiert das chinesische Volk den 100. Geburtstag der Kommunistischen Partei Chinas und ist Zeuge wesentlicher Fortschritte in allen Bereichen im Lande. Bei der Zeremonie zum 100. Jahrestag der KPCh in Beijing verkündete Xi Jinping, Generalsekretär des Zentralkomitees, dass in China der Aufbau einer Gesellschaft mit bescheidenem Wohlstand vollendet ist. Damit ist die Plage der absoluten Armut in China behoben. Dieser historische Erfolg wurde sowohl erzielt durch den Fleiß und die Hingabe von Abermillionen von Chinesen, als auch durch den aktiven Beitrag der Auslands-Chinesen und die freundschaftliche internationale Zusammenarbeit.

Die Pandemie hat auch 2021 unser Leben, vor allem den internationalen Austausch, erschwert. Erfreulicherweise stagniert die Zusammenarbeit zwischen China und Deutschland nicht, sondern erweist sich hoch resilient und kreativ. Staatspräsident Xi und Bundeskanzlerin Merkel haben viermal miteinander per Video- oder Telefonkonferenz gesprochen. Dieser rege und effektive Austausch ist richtungsweisend für die chinesisch-deutsche und die chinesisch-europäische Beziehung. Unter der Leitung des chinesischen Ministerpräsidenten und der deutschen Kanzlerin fand die sechste Runde der Regierungskonsulationen unserer beiden Staaten statt. Die Zusammenarbeit in allen Bereichen wurde somit weiter geplant und vorangetrieben. Trotz des sinkenden globalen Handels zeigt sich der bilaterale Handel zwischen China und Deutschland in der ersten Jahreshälfte ausgesprochen stark. Mit einem Zuwachs von 34,2% gegenüber dem gleichen Zeitraum im Vorjahr beträgt das Handelsvolumen der ersten sechs Monate bereits 112,88 Milliarden USD. Das Handelsvolumen für das gesamte Jahr kann also wieder einen neuen Rekord aufweisen. Darüber hinaus tauschen sich China und Deutschland intensiv aus und kooperieren durch zahlreiche Mechanismen und Kanäle über gemeinsame Themen, unter anderem Multilateralismus, freien Handel, Klimawandel und die Entwicklung Afrikas. Als einflussreiche Staaten tragen China und Deutschland zusammen zu Frieden und Stabilität der Welt bei.

Diese engen und innovativen Beziehungen unserer beiden Staaten finden sich auch in der Zusammenarbeit zwischen China und den vier norddeutschen Ländern wieder. Der neu etablierte Kooperationsmechanismus zwischen Norddeutschland und dem Yangtze-Delta knüpft die zwei Regionen mit größter Wirtschaftsdynamik und Innovationskraft miteinander und gibt einen weiteren Schub für die Kooperationen. Im Rahmen dieses Mechanismus sind bereits zahlreiche Events stattgefunden, wie Seminare, Online Shoppingfest, und virtueller Besuch. Durch die vorausschauende Forschung der HWWI-Experten werden wir sicher noch weitere Chancen und Potentiale in diese überregionalen Kooperationen erkennen.

Meine Damen und Herren, liebe Freunde, nächstes Jahr wird das 50. Jubiläum der Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen der Volksrepublik China und der Bundesrepublik Deutschland. In diesen fünf Dekaden sind die chinesisch-deutschen Beziehungen weit voran gestritten. Diese Fortschritte in Wirtschaft, Handel und Investitionen sind natürlich hoch sichtbar und allen bekannt. Aber auch in Politik, Kultur, Wissenschaft und Technik, Bildung und Sport lassen sich die Fortschritte mit glänzenden Zahlen belegen. Zurzeit übersteigt das bilaterale Handelsvolumen 20 Millionen USD pro STUNDE, so haben wir jeden Grund, stolz auf die wirtschaftlichen Früchte zu sein. Die pragmatische Zusammenarbeit zwischen unseren beiden Staaten führt zu Wirtschaftswachstum und Arbeitsplätzen, davon profitieren unsere Unternehmen und Bürger realistisch und spürbar.

Dabei darf man die Vorreiterrolle der norddeutschen Regionen in der chinesisch-deutschen Zusammenarbeit nicht vergessen. Die allererste Partnerschaft zwischen einem deutschen Bundesland und einer chinesischen Provinz wurde bereits in den 1980en Jahren ins Leben gerufen: zwischen Niedersachsen und Anhui. Der niedersächsische Ministerpräsident Herr Weil hat gerade erst im Juli einen virtuellen Besuch nach Anhui abgestattet. Die zahlreichen Kooperationsverträge, die dadurch zustande gekommen sind, spiegeln klar und deutlich wider, wie lebendig diese Partnerschaft ist. Besonders zu erwähnen ist auch die Erfolgsgeschichte des VW-Konzerns in China. Als einen der ersten in den chinesischen Markt eingegangenen Automobilhersteller dient der VW-Konzern als Paradebeispiel für das gemeinsame Gewinnen.

Tatsächlich bestehen die Partnerschaften zwischen Hamburg und Shanghai, Schleswig-Holstein und Zhejiang, Bremen und Dalian seit 35 Jahren oder mehr. Davon gehen auch viele erwähnenswerte Geschichten hervor. Norddeutschland trat hervor als eine der frühsten europäischen Regionen, die mit China in die Zusammenarbeit gingen, und heute noch mehr als einen Brückenkopf der chinesisch-deutschen und chinesischen-europäischen Zusammenarbeit. Dass die Volksrepublik China in Norddeutschland das erste Generalkonsulat im ganzen Westeuropa eröffnet hat, hat sich als eine richtige Entscheidung erwiesen. Wir freuen uns darüber, dass Hamburg und Bremen als wichtige Drehscheiben der maritimen Seidenstraße dienen. Natürlich auch darüber, dass die China-EU-Züge inzwischen viele norddeutsche Städte erreichen, unter anderem Hamburg und Hannover. Seit Jahrzehnten umarmt Norddeutschland die Kooperation mit China im hanseatischen Geist: Offenheit, Inklusion, Zusammenarbeit und gemeinsamem Gewinn. Zu dem heutigen Anlass bedanke ich mich ganz herzlich bei Herrn Ministerpräsidenten Weil, bei den Bürgerschaft- und Landtagespräsidentinnen und Präsidenten, auch bei den Regierungen, Bürgerschaften und Landtagen in Norddeutschland für Ihre Unterstützung.

Meine Damen und Herren, liebe Freunde, 2021 ist auch ein bedeutendes Jahr für die deutsche Politik. In drei Tagen findet die Bundestagswahl statt. Nach 16 Jahren Amtszeit von Frau Kanzlerin Merkel wird die Bundesrepublik einen neuen Kanzler oder eine neue Kanzlerin haben. Ohne eine Wahlprognose machen zu wollen wünsche ich allen Parteien viel Glück! Wie die zukünftige Regierungskoalition auch gestaltet sein wird, sieht China nach wie vor in Deutschland einen wichtigen Kooperationspartner. China wird weiterhin mit der neuen Bundesregierung intensiv kommunizieren und zusammenarbeiten. Wir hoffen auch, dass die neue Bundesregierung weiterhin die aktive und pragmatische Kooperationspolitik mit China verfolgen wird. Durch gemeinsame Bemühungen werden sich die chinesisch-deutschen Beziehungen stabil weiterentwickeln. Dies ist sicher auch der Wunsch aller Beteiligten in Norddeutschland.

Kurz vor der Veranstaltung habe ich erfahren, dass die brückenreichste Stadt der Welt nicht etwa Venedig, London oder Amsterdam ist, sondern Hamburg, der Sitz des Generalkonsulats. In unserer komplexen und ungewissen Zeit braucht die Welt mehr Brücken von Vertrauen und Zusammenarbeit, gerade angesichts der Pandemie. Lasst uns zusammen die Brücken der Verständigung, Kooperation und Freundschaft bauen. Es ist mein Herzenswunsch, dass alle gesellschaftlichen Bereiche unserer beiden Staaten, auch die in Norddeutschland, die Erfolgsgeschichte des gegenseitigen Lernens und der gewinnbringenden Zusammenarbeit weiterschreiben in Richtung einer noch schöneren Zukunft.

Herzlichen Dank!

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