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„iBirding 1.0" – eine Online-Plattform zum Vogelschutz in China
2020/06/16

Das Institut für Geowissenschaften und Naturressourcenforschung der Chinesischen Akademie der Wissenschaften (CAS) hat vor kurzem in Beijing die Plattform „iBirding 1.0“ zur Beobachtung und Erforschung von Wasservögeln offiziell online gestellt. Die Plattform besteht aus vier Teilen: einer App, einer Datenbank-Webseite, einem in der App WeChat eingebauten Miniprogramm zur Vogelidentifizierung und einem visualisierten System über Zugrouten typischer Zugvögel. Durch die neue Plattform wird sowohl Amateur-Vogelbeobachtern als auch professionellen Forschern gleichermaßen ermöglicht, durch die Aufzeichnung ihrer Vogelbeobachtungen einen Beitrag zum Vogelschutz zu leisten.

Die Datenbank beinhaltet derzeit mehr als 260.000 Vogelbeobachtungsdatensätze mit 196 identifizierten Arten und 880.000 Fotos von Wasservögeln. Das Projektteam hat außerdem 128 wichtige Feuchtgebietshabitate für Wasservögel in den elf Küstenprovinzen Chinas identifiziert sowie die Veränderungen und den Status von 61 Küstenfeuchtgebietshabitaten für Wasservögel bewertet.

Das WeChat-Miniprogramm ermöglicht es den Benutzern, Vögel zu identifizieren, indem sie Fotos mit der Datenbank vergleichen oder indem sie die Form und Farbe eines Vogels eingeben.

Das Projektteam hofft, dass die umfangreichen Daten im Laufe der Zeit dazu beitragen werden, Trends zu erkennen und Frühwarnungen zu ermöglichen, wenn bestimmte Vogelarten oder ihre Lebensräume in Gefahr sind – nicht nur in China, sondern auch in anderen Teilen der Welt.

„Vögel kennen keine Staatsgrenzen“, sagt Wendy Paulson, renommierte Naturschützerin und Vorsitzende der BoboLink Foundation. Die Zusammenarbeit zwischen „iBirding“ und „eBird“, der Online-Datenbank für Vogelbeobachtungen der US-amerikanischen Cornell University mit Echtzeitdaten über die Vogelverteilung, werde den Schutz von Wasservögeln in beiden Ländern erleichtern und fördern, so Paulson.

„iBirding“ sei ein erfolgreiches Beispiel für die Anwendung von Big Data und Künstlicher Intelligenz (KI) im Naturschutz, erklärt Guo Huadong, Akademiker der CAS und leitender Wissenschaftler des Big Earth Science Data Engineering Project.

Durch die schnelle Industrialisierung und Urbanisierung wurden in den vergangenen Jahrzehnten mehr als 70 Prozent der Wattmeerflächen in China ausgelaugt, wodurch der Lebensraum von Zugvögeln schwerwiegend zerstört wurde. Chinas Küstenfeuchtgebiete sind wichtige Brut-, Rast- und Überwinterungsgebiete für rund 50 Millionen Zugvögel entlang der ostasiatisch-australischen Flugroute. China liegt genau in der Mitte der Flugroute für wandernde Wasservögel aus Alaska und dem arktischen Russland mit ihren Überwinterungsgebieten in Südostasien, Australien und Neuseeland.

Die Inbetriebnahme der Plattform hat auch gezeigt, was für eine wichtige Rolle Big Data und KI beim Umwelt- und Artenschutz spielen können. Mit der Technologie können normale Menschen nicht nur ihrem Interesse besser nachgehen, sondern auch eigene Beiträge zur wissenschaftlichen Forschung und zum Schutz unserer Erde leisten.

Quelle: CRI

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