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Yichun-Modell – Besseres Leben durch bessere Waldökologie
2020/07/10

Ma Lizhi ist Mitarbeiter des Staatlichen Amts für Forstwesen und Wiesen der Stadt Yichun in der nordostchinesischen Provinz Heilongjiang. Yichun verfügt über den größten und am besten erhaltenen natürlichen Rotkieferwald in Asien und genießt den Ruf als „Waldhauptstadt Chinas“ und „Heimat der Rotkiefer“.

Ma Lizhis Großvater, Ma Yongshun, gehörte zu den ersten Holzfällern der Volksrepublik China. Er stellte den nationalen Rekord für manuelle Holzfällung auf, indem er in einem einzigen Winter 1.200 Kubikmeter Holz fällte. In den 17 Jahren nach seinem Renteneintritt hat der ehemalige Holzfäller gemeinsam mit seinen Familienmitgliedern über 50.000 Bäume gepflanzt, um seine Schulden gegenüber dem Wald damit zu begleichen.

Im Jahr 2014 wurde die kommerzielle Abholzung natürlicher Wälder in Yichun komplett eingestellt. Seitdem durchläuft die Stadt eine Transformation. Nach seinem Studium an der Forsthochschule Nordostchinas kehrte Ma Lizhi in seine Heimatstadt zurück und widmet sich seitdem der Waldpflege.

Im Mai 2016 begab sich Chinas Staatspräsident Xi Jinping auf eine Inspektionsreise nach Heilongjiang. Seine erste Station war die Stadt Yichun. Xi sagte, die Forstarbeiter in Yichun hätten in der Vergangenheit mit Holzlieferungen zum Aufbau des Staates beigetragen. Mit der vollständigen Einstellung der Abholzung und dem Schutz der Umwelt trage die Stadt heute weiter zum nationalen Aufbau bei.

Von „mehr Bäume fällen“ über „mehr Bäume pflanzen“ bis zu „den Wald besser schützen“ – die Forstwirtschaft in Yichun hat sich im Laufe der Jahrzehnte stark gewandelt. Seit der Gründung der Volksrepublik China vor mehr als 70 Jahren hat Yichun dem Staat 270 Millionen Kubikmeter Holz geliefert. Im Jahr 2000 wurde offiziell ein staatliches Naturwaldschutzprojekt gestartet und das Waldgebiet in Yichun konnte sich seitdem erholen. 2013 hat Yichun als erstes der wichtigsten staatseigenen Waldgebiete beschlossen, der kommerziellen Abholzung natürlicher Wälder Einhalt zu gebieten. Gleichzeitig wurden in Yichun 200 Millionen Bäume gepflanzt und 120.000 Hektar Land aufgeforstet.

Der Rentner Liu Yangshun hat nach seinem Ruhestand dank der Unterstützung der lokalen Behörden ein bäuerliches Restaurant eröffnet. Die angebotenen Gerichte mit eindeutigem regionalem Charakter haben bei Touristen großen Zuspruch gefunden. In der touristischen Hochsaison kann Liu jeden Tag 1.000 Yuan RMB einnehmen. Der Rentner profitiert von der Strategie Yichuns zum Aufbau einer Öko- und Tourismusstadt. Dank der erfolgreichen Abhaltung der Konferenz zur Entwicklung der Tourismusindustrie in Heilongjiang hat sich Yichun in ganzen Land als „Waldhauptstadt“ einen Namen gemacht. 2019 verzeichnete die Stadt ein 12,5-prozentiges Wachstum der Touristenzahl und einen 13,5-prozentigen Zuwachs touristischer Einnahmen gegenüber dem Vorjahr.

Huo Chunlin hat im eigenen Garten Kräuter angebaut, nachdem die Abholzung natürlicher Wälder gestoppt wurde. Wegen der geringen Anbaufläche und der Qualität seiner Produkte konnte er jedoch kaum Geld damit verdienen. 2014 wurde der 57-Jährige in die lokale Genossenschaft für den Anbau von Heilkräutern für Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) aufgenommen. Er muss sich jetzt nur noch um den Anbau kümmern. Den Vertrieb, die Trocknung, die Verarbeitung und die Lagerung der Produkte übernimmt die Genossenschaft. Dank ihrer fleißigen Arbeit sind Huo Chunlin und seine Familie durch den Kräuteranbau zu Wohlstand gelangt. Einschließlich der Dividenden aus der Genossenschaft hat er im vergangenen Jahr über 500.000 Yuan RMB verdient.

Egal, ob durch Restaurants für Touristen oder durch die Herstellung von TCM-Arzneimitteln aus Heilkräutern und -pflanzen, in Yichun finden nun immer mehr Menschen neue Wege zu Wohlstand.

Quelle: CRI

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