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Schutz der Meeresökologie – Chinas erste tropische Wasserfarm in Hainan
2020/06/16

Auf dem stillen Meeresboden kann Wang Fengguo nichts anderes hören als die Luftblasen, die beim Ausatmen aus seiner Sauerstoffflasche austreten. Dies hilft ihm beim Konzentrieren, während er Stämme von handgroßen Korallen in den Meeresboden pflanzt.

Der 38-jährige ehemalige Tauchlehrer arbeitet jetzt als Korallenpfleger. Er hat es sich zur Mission gemacht, die Meeresökologie in den Gewässern nahe der Insel Wuzhizhou der Stadt Sanya zu schützen, einem beliebten Reiseziel in der südchinesischen Provinz Hainan.

„Ich war sehr traurig, als ich mit ansehen musste, wie die Korallen beschädigt wurden und massenhaft starben, als ich Tauchlehrer war“, erinnert sich Wang.

Er erklärt weiter, lokale Korallen seien sowohl von Naturkatastrophen als auch den Auswirkungen menschlicher Aktivitäten betroffen. Neben den durch Taifune und Sturmfluten verursachten Schäden könnten Touristen die Korallenriffe versehentlich zerbrechen. Es komme auch häufig vor, dass sich die Korallen in den von Fischern ausgeworfenen Netzen verfingen und starben.

Im Mai 2009 wurde offiziell ein Projekt gestartet, um die Korallen nahe der Insel Wuzhizhou zu verpflanzen und zu reparieren. Wang Fengguo und seine Kollegen befestigten damals über 200 künstliche Riffe im Meer, die als Baumschulen für Korallen dienen sollten.

Seitdem hat Wangs Team rund 10.000 Stämme von Korallen verpflanzt, die eine Fläche von über 20.000 Quadratmetern rund um die Insel bedecken. Viele Korallen sind bereits von zehn auf 30 oder 50 Zentimeter gewachsen. Der längste Stamm ist sogar einen Meter lang.

Die Verpflanzung der Korallen ist eine extrem anspruchsvolle Arbeit. Wang Fengguo erklärt: „Um die Korallen nicht zu berühren und mögliche Schäden zu vermeiden, dürfen wir nicht auf dem Meeresboden stehen, sondern müssen kopfüber im Wasser schweben. Es ist ziemlich anstrengend, mit mehr als 15 Kilogramm schwerer Ausrüstung zu tauchen und drei bis vier Stunden unter Wasser zu bleiben. Es ist anstrengender als ein Zehn-Kilometer-Lauf.“

Nach zehnjährigen Bemühungen gibt es rund um Wuzhizhou wieder farbenfrohe Unterwasserlandschaften, die viele Tauchenthusiasten aus dem In- und Ausland anziehen. Um die Korallen in Zukunft aber besser zu schützen, wurde der Tauchbereich in zwei Zonen eingeteilt. Eine ist im Sommer für Taucher zugänglich, die andere im Winter. Dadurch haben die Korallenriffe Zeit, sich zu erholen. Außerdem dürfen die Korallen beim Tauschen nicht berührt werden.

Im Jahr 2010 startete die Insel Wuzhizhou eine zusätzliche Initiative zum umfassenden Bau einer Meeresfarm. Mit der Einführung künstlicher Riffe und dem Verpflanzen von Korallen soll das maritime Ökosystem wiederhergestellt werden.

Wang Aimin, Professor des ozeanographischen Instituts der Universität Hainan, sagt, die Wasserfarm sei für die Meeresökologie von großer Bedeutung. „Eine Wasserfarm bietet Lebensraum für Meeresorganismen. Die künstlichen Riffe bieten ihnen Raum zum Wohnen, Ausruhen, Verstecken und Vermehren.“

Wang Aimin zufolge sind in der Wuzhizhou-Meeresfarm mit einer Fläche von 66,7 Hektar bis Ende 2019 1.526 künstliche Riffe, 21 Schiffwracks, an denen Korallenriffe auch Wurzeln schlagen können, und eine Gruppe von Vulkangestein angelegt worden. „Die Wasserfarm hat dazu beigetragen, dass die Korallenriffe sich zu einem ‚Unterwasserwald‘ entwickeln und die Meeresökologie in der Region wiederhergestellt wird. Dies bringt eindeutige ökologische Vorteile für Wuzhizhou. Die Fischpopulation in den Gewässern mit künstlichen Riffen ist fünfmal so hoch wie in den benachbarten Gebieten“, so der Professor weiter.

Quelle: CRI

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