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China sagt „Nein" zu Plastikstrohhalmen
2020/07/29

Im Jahr 2008 hat China eine Anordnung zur Begrenzung von Plastik herausgegeben. Statistiken zufolge ist das durchschnittliche Jahreswachstum der Nutzung von Plastiktüten von über 20 Prozent vor 2008 auf unter drei Prozent gesunken. Die positive Wachstumsrate zeigt jedoch, dass die Nutzung von Plastiktüten noch immer steigt.

Im Alltag sind billige und bequeme Plastiktüten bei vielen Chinesen beliebt. Um Kunden anzuziehen, werden Plastiktüten auf Agrar-Märkten größtenteils kostenlos herausgegeben. Selbst in Supermärkten, wo Plastiktüten gekauft werden müssen, sind viele Menschen bereit, ein wenig Geld für ihre Bequemlichkeit auszugeben.

Im Januar dieses Jahres haben die chinesische Nationale Kommission für Entwicklung und Reform und das Ministerium für Ökologie und Umwelt „Meinungen über den verstärkten Kampf gegen Plastikverschmutzung“ veröffentlicht. Demnach soll in drei Zeitabschnitten – 2020, 2022 und 2025 – sichergestellt werden, dass der Konsum von Kunststoffprodukten massiv zurückgeht. Bis Ende 2020 soll in einigen Landesteilen und Gebieten der Produktion, dem Verkauf und dem Konsum von bestimmten Plastikprodukten Einhalt geboten werden. In der neuen Regelung steht zudem, dass bis Ende 2020 nicht abbaubare Einweg-Plastikstrohhalme landesweit verboten werden.

2019 hat China insgesamt 81,8 Millionen Tonnen Kunststoffprodukte hergestellt, 30.000 Tonnen davon waren Plastikstrohhalme. Da entspricht 46 Milliarden Strohhalmen. Der Pro-Kopf-Verbrauch lag bei über 30 Stück. Experten zufolge dauert es 500 Jahre, bis ein Plastikhalm abgebaut werden kann.

Die Belegschaft von McDonald’s zeigt großes Verständnis für das Plastikhalm-Verbot. „Der Konsum ist immens. Bei uns werden täglich bis zu 1.000 Stück verbraucht“, sagt ein Mitarbeiter.

In China gibt es über 3.500 McDonald’s-Filialen, die jedes Jahr durchschnittlich 400 Tonnen Plastikstrohhalme herausgeben.

Hinter den Strohhalmen und anderen Kunststoffprodukten verbirgt sich eine große Industrie. China ist derzeit der weltweit größte Produzent und Konsument von Kunststoffprodukten. Landesweit gibt es 2,8 Millionen Unternehmen, die im Zusammenhang mit Kunststoffprodukten stehen.

Inzwischen wurden Zeitpläne für Einweg-Plastikgeschirr, Einweg-Kunststoffprodukte für Hotels sowie Kunststoffverpackungen für Paketdienste ausgearbeitet. Liu Jianguo, Professor am Umweltinstitut der Tsinghua-Universität, sagt: „Auf Grundlage von Reduktion, Ersatzsuche und Recycling sollen Kunststoffprodukte in das standardisierte Sammel- und Verarbeitungssystem integriert werden.“ Noch wichtiger sei aber die Etablierung eines langfristigen Mechanismus zur Kontrolle der Plastikverschmutzung, so Liu weiter.

In der neuen Regelung zur Begrenzung von Plastik wurden daher konkrete Maßnahmen für die Produktion, den Verkauf, den Verbrauch, das Recycling und die Entsorgung von Kunststoffprodukten festgelegt. Für konventionelle Kunststoffproduzenten in China ist diese Transformation eine wichtige Prüfung.

Quelle: CRI

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