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"Die Menschen in Hanau denken an Sie."
– Eine gelebte Partnerschaft der Brüder-Grimm-Stadt
2020/06/11

Die Gebrüder Grimm, die wohl berühmtesten Söhne der Stadt Hanau, sind auch im chinesischen Taizhou wohlbekannt: Die 6,6-Millionen-Einwohner-Stadt südlich der Metropole Shanghai ist mit den Hessen aus dem Rhein-Main-Gebiet seit 2012 durch eine offizielle Städtepartnerschaft verbunden. Die Zusammenarbeit begann indes schon im Jahr 2007, als die chinesische Stadt einen Partner für einen Schüleraustausch suchte. So entwickelte sich aus einer schnell gegründeten Chinesisch-AG an der Karl-Rehbein-Schule eine innige Freundschaft samt jährlichem Schüleraustausch sowie Bürgerreisen. „Wir gelten als Musterbeispiel für chinesisch-deutsche Partnerschaften", sagt Jürgen Scheuermann, Direktor des Hanauer Gymnasiums und Vorsitzender des Vereins „Freundschaft mit Taizhou". Im Angesicht der Corona-Pandemie sind beide Städte in den vergangenen Wochen noch enger zusammengewachsen.

Den ersten Schritt unternahmen Hanaus Bürgerinnen und Bürger zu Beginn der Pandemie: Sie sammelten unter Führung des Vereins, dessen Vorsitzender Scheuermann auch Ehrenbürger der Partnerstadt ist, 5.000 Euro an Spenden, die postwendend nach China überwiesen wurden. Parallel versicherte Oberbürgermeister Claus Kaminsky: „Die Menschen in Hanau denken an Sie." In einer Antwort schreibt Bürgermeister Wu Haiping aus Taizhou: „Danke für das Mitgefühl und die Unterstützung für Taizhou."

Einige Wochen später schließlich hatte die Pandemie auch Hanau fest im Griff. Die Zahl der infizierten Hessen stieg, und wie überall waren wichtige Hilfsmittel wie Atemschutzmasken teuer und vor allem kaum zu bekommen. Da war jede Hilfe gern gesehen. In Taizhou hatte sich die Situation indessen stabilisiert, so dass man sich dort wiederum für die Spenden aus Deutschland revanchieren wollte. Über Scheuermann nahm die Verwaltung der Stadt Kontakt auf mit dem Krisenstab in Hanau, wo das Angebot auf große Resonanz stieß.

Anfang April war es dann endlich soweit: 20.000 Atemschutzmasken aus Taizhou trafen im Klinikum Hanau ein. Weitere Lieferungen sollen folgen, insgesamt sind 100.000 Masken avisiert. „Die Unterstützung aus China entspannt die Situation bei uns im Haus ein wenig", sagte Klinik-Geschäftsführer Volkmar Bölke anlässlich der ersten Lieferung. Die Pakete, weithin sichtbar mit „United we shall overcome" bedruckt, brachten dringend benötigte Hilfe: Schließlich braucht die Klinik mit ihren 787 Betten täglich rund 1.500 Einmal-Atemschutzmasken. Neben dem Klinikum erhielt auch die Baugesellschaft Hanau, die 2.000 Euro zur Spende beigesteuert hatte, die dringend benötigten Atemschutzmasken. Sie müssen von den Mitarbeitern getragen werden, wenn sie in den Wohnungen der Mieter unterwegs sind. „Die Unterstützung unserer Partnerstadt ist hoch willkommen", würdigte Hanaus Oberbürgermeister Kaminsky das Engagement der Partnerstadt.

Somit zeigt sich gerade während einer weltweiten Krise, wie wichtig internationale Partnerschaften sind. Das Coronavirus scheint die rund 9.000 Kilometer voneinander entfernt liegenden Städte Hanau und Taizhou tatkräftig und in den Herzen der Menschen noch näher zusammengeführt zu haben.

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