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Neue Regeln für Online-Videos
2006/08/25

Die chinesische Regierung will neue Regeln gegen Webseiten erlassen, die ohne staatliche Genehmigung Kurzfilme anbieten, teilt das Amt für Rundfunk, Film und Fernsehen mit.

Das Amt hat die bekannten Webseiten Sina, Sohu und Netease als autorisierte Anbieter von Online-Videoprogrammen zugelassen. Andere Webseiten erwartet ein ungewisses Schicksal, da die Regierung deren Bestände an Online-Videos zuerst kontrollieren will. Das Amt betont, dass strenge Maßnahmen ergriffen würden, um jegliche Form des Missbrauchs zu verhindern.

Die neuen Regelungen sollen, trotz der wachsenden Beliebtheit von Online-Kurzfilmen, Ende August oder im September veröffentlicht werden. Die Kurzfilme, die oft Parodien auf klassische Filme oder Ereignisse des Alltagslebens sind, haben sich im Internat schnell verbreitet und Kontorversen über Moral und Urheberrechte ausgelöst.

Im Zentrum der Diskussion steht zu Zeit ein zehnminütiges Video, dass Ausschnitte aus dem patriotischen Film "Sparkling Red Star" von 1974 über die chinesische Revolution verwendet. In dem Video wird Pan Dongzi, ein heroischer Junge aus dem Originalfilm, in einen Möchtegernpopstar verwandelt, der an einem Gesangswettbewerb des chinesischen Zentralfernsehens CCTV (China Central Television) teilnimmt.

Das Video hat im Vorfeld des einmonatigen 12. CCTV Gesangswettbewerbs Millionen von Zugriffen verzeichnet. Die Parodie wandelt den bösen Landbesitzer, der brutal seine Pächter ausbeutet, zu einem einfältigen bestechlichen Richter. Der Vater Pans, ein Soldat der Roten Armee, wird in den Beijinger Immobilientycoon Pan Shiyi verwandelt. Am Ende des Films wird der Name Hu Daoge als verantwortlich für den Schnitt des Films angegeben. Der Name ist ein Pseudonym, das von einem anderen Witzbold, Hu Ge, abgeleitet wurde.

Hu Ge gelangte zu Bekanntheit, nachdem er Anfang des Jahres eine Parodie des Films "The Promise" des berühmten chinesischen Regisseurs Chen Kaige online gestellt hatte. Chen drohte Hu zu verklagen.

Im Unterschied zu seinem Vorgänger, der viel Lob von der Öffentlichkeit erhielt, hat der Kurzfilm über den Gesangswettbewerb viel harsche Kritik auf sich gezogen. Einige Kommentatoren meinen, Satiren sollten nicht zu weit gehen, eine Verzerrung von Helden und der chinesischen Revolutionsgeschichte sei unmoralisch und inakzeptabel.

Laut einer Online-Umfrage stimmten über 60 Prozent der Internetnutzer, die die Parodie gesehen haben, zu, dass eine Parodie nicht zu weit gehen sollte.

Derartige Parodien könnten einen negativen Einfluss auf die Vorstellungen von Jugendlichen über Leben und Gesellschaft haben, meint Li Ming, eine psychologischer Berater aus der nordostchinesischen Provinz Jilin.

"Das Internet ist ein öffentlicher Raum und seine Nutzer sollten sich der Konsequenzen ihrer Online-Worte und Taten bewusst und für sie verantwortlich sein", sagt Qi Si, ein Professor der Abteilung für Soziologie der Jilin-Universität.

Das Amt für Rundfunk, Film und Fernsehen hatte bereits im Juli 2004 Regeln zur Zertifizierung von Audio- und Videoangeboten im Internet und in anderen Netzwerken formuliert. Online-Kurzfilme müssen laut der Bestimmungen lizenziert werden, da sie "unter der Öffentlichkeit verbreitet" werden sollen.

Nur wenige Webseiten haben die offizielle Genehmigung erhalten online Audio- und Videoangebote zu veröffentlichen. Personen, die gegen die Bestimmung verstoßen, müssen mit einer Strafe von bis zu 30.000 Yuan (3000 Euro) rechnen.

Hu Ge ist sich nicht sicher, ob die neue Regel ihn an der Schaffung weiterer Parodien hindert. "Ich kann meine neuen Kurzfilme via E-Mail oder MSN-Messenger auf privatem Wege verschicken."

Die neue Regelung wird aber mit Sicherheit viele andere Schelme enttäuschen, die hoffen, wie Hu über Nacht durch einen Online-Kurzfilm berühmt zu werden, sagen Experten.

(China.org.cn, Xinhua, 18. August 2006)

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